Fischaufstiegshilfe Nußdorf, 2017

Fachbereich / Projekttyp Flussbau
Auftraggeber Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) vertreten durch via Donau und Verbund Hydro Power GmbH
Leistungsumfang Adaptierung Einreichplanung, Ausführungsplanung und stat. konstruktive Bearbeitung, Ausschreibung und Angebotsprüfung, Örtliche Bauaufsicht, Planungs- und Baustellenkoordination, Ökologische Bauaufsicht, Übernahme
Fertigstellung 2017

Die Fischaufstiegshilfe beim Nußdorfer Wehr stellt die Passierbarkeit zwischen Donaukanal und Donau für Fische wieder her und ermöglicht somit den heimischen Fischarten die Wanderung zu ihren Laichhabitaten.

Die Nußdorfer Wehranlage liegt an der Abzweigung des Donaukanals von der Donau und wurde zusammen mit den Nebengebäuden in den Jahren 1894 bis 1899 als Hochwasserschutzbau für die Stadt Wien errichtet. Die architektonische Gestaltung der Anlage basiert auf der Planung Otto Wagners und Sigmund Tausig oblag die technische Planung.

Die Wehranlage wird jedoch nicht nur als Hochwasserschutz genutzt, sondern auch als Kleinkraftwerk zur Energiegewinnung und als repräsentatives „Tor“ an der Abzweigung des Donaukanals.

Für die Fische im Donaukanal ist das Wehr jedoch ein unüberwindbares Hindernis. Es unterbindet die Verbindung der Lebensräume Donaukanal und Donau und beeinträchtigt das für die Fortpflanzung notwendige Wanderverhalten der Flussfische.

Die neu konzipierte und in der Jahren 11/2015 – 03/2017 errichtete Fischaufstiegshilfe umgeht dieses Hindernis und verbindet beide Lebensräume wieder miteinander.

Zukünftig wird die Wasserspiegeldifferenz von 3,6 Metern zwischen Kraftwerks-Oberwasser und -Unterwasser des Donaukanals über ein barrierefreies und artgerechtes Umgehungs-gerinne überwunden.

Die neu geschaffene Fischaufstiegshilfe zweigt oberhalb des Wehrs vom Donaukanal ab und führt in einem offenen Gerinne an dem denkmalgeschützten Schleusen- und Kettengebäude vorbei, hindurch unter dem Auflager des mächtigen Löwenpylonen der Schemerlbrücke, bis zur Wiedereinmündung in den Donaukanal unterhalb des Wehrs.

Die Baumaßnahmen auf dem künstlich geschaffenen und relativ instabilen Untergrund erforderten umfangreiche Bodenverbesserungen wie DSV-Dichtsohlen, Baugruben-sicherungen in Form von verankerten Bohrpfahlwänden, Micropfählen, Spundwänden, zahlreiche Aussteifungsmaßnahmen, Spritzbetonsicherungen, sowie Erd- und Betonarbeiten nahe und unterhalb des Wasserspiegels.

Bevor jedoch mit den Arbeiten begonnen werden konnte, war das Grundstück auf verbliebene Kriegsrelikte zu untersuchen und die ehemaligen Pfahlfundierungen abzubrechen.

Die Fischaufstiegshilfe in Nussdorf hat einen möglichen Abfluss von 2.000 Litern/Sekunde und ist damit derzeit die größte Fischtreppe Österreichs.